Einbeziehung des Arbeitseinsatzes für die Gewährung von Direktzahlungen

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Arbeitseinsatz

In dem soeben abgeschlossenen Projekt „Einbeziehung des Arbeitseinsatzes für die Gewährung von Direktzahlungen in der österreichischen Landwirtschaft“ wurden die Auswirkungen der Einbeziehung des Arbeitseinsatzes als Kriterium zur Gewährung der Direktzahlungen (Marktordnungszahlungen) geprüft.

Im Einzelnen wurde die Verteilung der Direktzahlungen unter bisherigen Förderkriterien mit jenen der Einbeziehung des Arbeitseinsatzes (Standardarbeitszeiten) analysiert. Werden Marktordnungsprämien ganz oder teilweise auf Basis des Arbeitseinsatzes gewährt, dann profitieren naturgemäß Betriebe mit einem hohen Arbeitseinsatz. Gewinner wären insbesondere Betriebe mit höherem Viehbesatz (vor allem Milchviehbetriebe) und/oder natürlicher Erschwernis.

Der Bericht steht zum Downloaden zur Verfügung.

 

Das Forschungsprojekt BF 112/07 wurde in Kooperation mit der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft (L. Kirner), dem Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft Francisco Josephinum Wieselburg (F. Handler) und dem BMLFUW (O. Hofer und M. Stadler) in den Jahren 2007 und 2008 durchgeführt. Ziel des Projektes war es, die Auswirkungen der Einbeziehung des Arbeitseinsatzes als Kriterium zur Gewährung der Direktzahlungen in der österreichischen Landwirtschaft zu prüfen. Im Einzelnen wurde die Verteilung der Direktzahlungen (Marktordnungszahlungen) unter bisherigen Förderkriterien mit jenen der Einbeziehung des Arbeitseinsatzes (Standardarbeitszeiten) analysiert. Daraus sollten neue Erkenntnisse für die Diskussion künftiger Förderprogramme in der österreichischen Landwirtschaft gewonnen werden. Die Verteilung der Direktzahlungen wurde zu 50% nach Standardarbeitskraftstunden, zu 50% wie bisher vorgenommen (aber insgesamt für vier Varianten berechnet). Die Analyse und Darstellung der Ergebnisse erfolgt nach Bundesländern, Regionen, Betriebsformen, Erschwernisgruppen, Größenklassen und Bewirtschaftungsformen.

Ergebnisse

Werden Marktordnungsprämien ganz oder teilweise auf Basis des Arbeitseinsatzes gewährt, dann profitieren naturgemäß Betriebe mit einem hohen Arbeitseinsatz. Im Durchschnitt werden 1.902 Arbeitskraftstunden pro Betrieb errechnet. Betriebe in Salzburg, Vorarlberg und in Oberösterreich weisen einen deutlich überdurchschnittlichen Standardarbeitszeitbedarf auf. Im Durchschnitt aller Betriebe ergeben sich 3,0 € je Arbeitskraftstunde. Je höher der ausgewiesene Wert für eine Region oder für einen Betriebstyp über dem Durchschnitt liegt, desto größer würde der Verlust bei einer solchen Umverteilung sein.

Im Datensatz würden 65,6% (79.023 Betriebe) der Betriebe höhere, 34,4% (41.416) der Betriebe niedrigere Direktzahlungen erhalten. Im Durchschnitt je Bundesland würden die Betriebe in Wien, Burgenland und Niederösterreich weniger Zahlungen erhalten, alle anderen Bundesländer würden dazu gewinnen. Am größten wäre die durchschnittliche Erhöhung in Salzburg, gefolgt von Tirol und Vorarlberg. Marktfruchtbetriebe würden im Durchschnitt verlieren, Futterbaubetriebe am meisten dazu gewinnen. Bergbauernbetriebe erhielten mehr Direktzahlungen, Nichtbergbauernbetriebe weniger. Betriebe bis 30 ha landwirtschaftlich genutzter Fläche könnten von einer Gewährung der Direktzahlungen nach dem Arbeitszeitbedarf Nutzen ziehen, am meisten jene mit 10 bis 20 ha (im Schnitt der Betriebe 1.150 €). Betriebe mit mehr als 30 ha würden Direktzahlungen einbüßen, wobei die Einbuße mit dem bewirtschafteten Flächenumfang eng korreliert.

Diese Studie stellt einen Beitrag für die Diskussion der künftigen Ausrichtung der GAP dar. Für eine praktische Anwendung sind allerdings einige Herausforderungen abzuklären (mögliche Wechselwirkungen mit dem Programm Ländliche Entwicklung im Bereich ÖPUL und AZ, vollständige Datenerfassung, notwendige Aktualisierung von Daten, Umsetzung im Rahmen der GAP bzw. mögliche Beschränkungen durch die WTO). Grundsätzlich ist aber die Gewährung von Direktzahlungen nach der Standardarbeitszeit durchführbar.

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