BF141/15: Vielfalt und Resilienz - Dynamik und Entwicklungspfade sozial-ökologischer Systeme, dargestellt anhand des Biospärenparks Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge

Biosphärenparks tragen dazu bei, großflächige repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung werden Konzepte zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Region erarbeitet und umgesetzt. In Österreich gibt es sieben Biosphärenparks, wobei der Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge der jüngste ist. Das gegenständliche Projekt setzt sich zum Ziel, grundlegende Einblicke in die komplexen Zusammenhänge sozial-ökologischer Systeme am Beispiel des alpinen Biosphärenparks Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge zu erarbeiten. Dabei soll insbesondere die Fähigkeit zur Veränderung regionalökonomischer Systeme (Resilienz) untersucht und bewertet werden, inwieweit der Biosphärenpark auf verschiedenste Herausforderungen und „Krisen“ (schockartige Störungen wie bei Naturkatastrophen, aber auch „schleichende“ Veränderungsprozesse wie am demographischen Wandel bzw. Veränderung von Landnutzungssystemen sichtbar) reagieren kann. Vielfalt in ihrer sozialen, ökonomischen und ökologischen Dimension stellt dabei einen zentralen Faktor für die Regionalentwicklung dar und ist für die Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren, diese zu bewältigen und zu gestalten, ausschlaggebend. Das Konzept der regionalen Resilienz wird hierbei in seiner evolutionären Ausrichtung verwendet, um die Fähigkeit einer Region zur Erneuerung, Re-Organisation und Entwicklung erfassen zu können.

Die Beispielsregion Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge, die 2012 von der UNESCO als Biosphärenpark anerkannt wurde, stellt einen wirkungsvollen Analyserahmen dar, um die Bedeutung dieses räumlichen Schutz- und Entwicklungskonzeptes beispielhaft zu untersuchen.

Die Bedeutung der Vielfalt, als Ressource für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung in alpinen Regionen wird bislang häufig unterschätzt. Insbesondere die Erforschung des lokalen und regionalen Institutionengefüges sowie der AkteurInnen-Netzwerke und ihre Bedeutung für die regionalen Strategien und Zukunftsvisionen wurden bislang in diesem Kontext nicht erforscht. Der Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge stellt eine gute Möglichkeit dar, die Voraussetzungen und die Fähigkeit einer Region für eine resiliente Entwicklung in einer umfassenden Weise darzustellen. Diese Zielsetzung der nachhaltigen Nutzung aller Ressourcen, der räumlichen Differenzierung und der Bedeutung des Konzeptes für die Entwicklung der Berggebiete sowie die Einbindung der Gemeinden in diesen Prozess, bezieht sich auf Kernanforderungen der Sevilla-Strategie (UNESCO 1995) für die Gestaltung von Biosphärenparks.

Projektinitiative, Interessenten, beteiligte Institutionen und Verwertung

In vorbereitenden Gesprächen mit VertreterInnen von Biosphärenparks, Forschungsprogrammen und insbesondere bei der ForumAlpinum Konferenz 2014 wurde ein großes Interesse an der Bearbeitung der Thematik anhand der Fallstudie des jüngsten österreichischen Biosphärenparks signalisiert. Eine differenzierte Einschätzung ist für die Bewertung der Entwicklungen im Berggebiet generell und die Ansprüche an inter-disziplinäre Forschungsprogramme von hoher Bedeutung (vgl. PFEIL 15 bzw. ERA-Net RURAGRI).

Projekt

laufend

weiterführende Literatur

  • Machold, Ingrid, Oedl-Wieser, Theresia und Dax, Thomas (2018) Die Bedeutung des Akteursnetzwerks für die strategische Entwicklung des Biosphärenparks Salzburger Lungau. In: ÖGA: Methoden für eine evidenzbasierte Agrarpolitik – Erfahrungen, Bedarf und Entwicklungen. 28. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie.26.-28. September 2018. S. 37-38. Wien.

  • Oedl-Wieser, Theresia, Fischer, Michael und Dax, Thomas (2018) Bevölkerungsrückgang in ländlichen Regionen Österreichs: Lebensphasen- und geschlechterspezifische Wanderungsbewegungen vor dem Hintergrund von Motiven und Lebensqualität. In AJARS – Austrian Journal of Agricultural Economics and Rural Studies 2018. 151-159. DOI 10.15203/OEGA_29.19

  • Oedl-Wieser, T. and Dax, T. (2018) The Impact of LEADER Initiatives to Rural Revitalization in Austria, in: Lützeler, R. (ed.) Rural Areas between Decline and Resurgence, Lessons from Japan and Austria. Beiträge zur Japanologie Band 46. Abteilung für Japanologie des Instituts für Ostasienwissenschaften, Universität Wien: Wien, 151-166.

  • Volgger, S., Delle Karth, S., Eder, D., Hiess, H., Fidlschuster, L., Fischer, M., Said, N., Dax, T. und Oedl.-Wieser, T. (2018) Ergebnisse der ÖREK-Partnerschaft: „Strategien für Regionen mit Bevölkerungsrückgang“, Materialien Heft 6. Wien: Österreichische Raumordnungskonferenz (ÖROK).

  • Dax, Thomas und Oedl-Wieser, Theresia (2017) Ex-post Evaluierung der LEADER-Maßnahmen. Österreichisches Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes 2007-2013. Facts & Features 56. Wien. April 2017. 73 Seiten. Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Wien. http://berggebiete.at/cm3/de/download/finish/15-facts-features/566-ff56.html

  • Hiess, H., Dax, T., Fidlschuster, L., Fischer, M. and Oedl-Wieser, T. (2017) Strategien für Regionen mit Bevölkerungsrückgang in Österreich, Zentrale Ergebnisse der ExpertInnenarbeit, Kurzfassung. ÖREK-Partnerschaft „Regionen mit Bevölkerungsrückgang“, Wien, 7 S.

  • Hiess, H., Dax, T., Fidlschuster, L., Fischer, M. and Oedl-Wieser, T. (2017) Österreichische Regionen mit Bevölkerungsrückgang, Analysen und Handlusngsempfehlungen. ExpertInnenpapier, ÖREK-Partnerschaft „Regionen mit Bevölkerungsrückgang“, Wien, 36 S.

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  • Hiess, H., Dax, T., Fidlschuster, L., Fischer, M. and Oedl-Wieser, T., Said, N. (2017) Strategien für Regionen mit Bevölkerungsrückgang in Österreich, Beispielsammlung zu den Handlungsempfehlungen. ÖREK-Partnerschaft „Regionen mit Bevölkerungsrückgang“, Wien, 17 S.

  • Machold, Ingrid, Dax, Thomas und Oedl-Wieser, Theresia (2016) Welcoming communities: a means to recognize the potential of immigrants in rural regions of Austria. In: online-Proceedings, XXVI European Society for Rural Sociology Congress “Places of possibility” rural Society in a Neoliberal World. 18-21.8.2015. Aberdeen. Scotland.

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  • Borjomi Local Action Group (2016) Borjomi Local Development Strategy 2016-2020. Funded by ENPARD – a European Union Programme supporting Agriculture and Rural Development. Borjomi (Georgia). 34 pp. (supported by Theresia Oedl-Wieser, Michael Fischer and Thomas Dax)

  • Machold, Ingrid, Dax, Thomas und Oedl-Wieser, Theresia (2015) \\\"Welcoming communities\\\" as incentives for rural development. Recognizing the potential of immigrants in two remote regions of Austria. Paper presented in Working Group 8 „Migration and rural social change“ at the XXVI ESRS Congress, 18-21.8.2015, Aberdeen, Scotland.

  • Oedl-Wieser, Theresia, Dax, Thomas und Machold, Ingrid (2015) Social diversity in Austria’s LEADER strategies: prerequisite for and trigger of social innovation. Paper presented in Working Group 15 „Social capital, learning processes and social innovation in rural areas“ at the XXVI ESRS Congress, 18-21 2015, Aberdeen, Scotland.

  • Machold, I. und Dax, T. (2011), Die Wertschöpfungskette Holz im Lungau: ein Beispiel des Vernetzungsbedarfes der regionalen Ökonomie, in: Hambrusch, J., Larcher, M. und Oedl-Wieser, T. (eds.), Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie,Band 20 (2), facultas.wuv, Wien, 3-12

  • Oedl-Wieser, Theresia (2005): Biolandbau – Gleichstellung – Gender Mainstreaming: Schlüsselfaktoren einer innovativen und nachhaltigen Regionalentwicklung. In: Kratochvil, Ruth, Leonhartsberger, Christian (2005): Reader zur Lehrveranstaltung „Ökologische Landwirtschaft & regionale Entwicklung“, Universität für Bodenkultur Wien, 13.-14.10.2004. Wien 2005

  • OEDL-WIESER, Theresia/Reisinger, Eva (2003): „Gleichstellungsorientierte Regionalentwicklung – eine notwendige Strategie zum Abbau sozialer Ungleichheiten in ländlichen Regionen Österreichs“ Tagungsband der Veranstaltung „Sozialer Wandel in ländlichen Räumen“, 19.-21.6.2003, Rostock 2003

  • Oedl-Wieser, Theresia, Aufhauser Elisabeth (2003): „Gleichstellungsorientierte Regionalentwicklung – strategische Herausforderungen für die Verankerung von Gender Mainstreaming im regionalpolitischen Kontext“ in: Leader+ Magazin 2/2003

  • Oedl-Wieser, Theresia, Aufhauser, E./ Herzog, S./ Hinterleitner, V./Reisinger, E. (2003): „Grundlagen für eine Gleichstellungsorientierte Regionalentwicklung“, Forschungsbericht, Kurzfassung deutsch, Kurzfassung englisch, Kartenband des Kooperationsprojektes mit dem Institut für Geographie und Regionalforschung – Auftrag des Bundeskanzleramtes, Wien 2003