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FF55: Integrative Gartenarbeit mit Flüchtlingen

ff55 intercultural gardening
Seit 2015 wurde Österreich zu einem der bedeutendsten Aufnahmeländer für Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten (hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran). Beinahe 90.000 Personen stellten in diesem Jahr einen Asylantrag, darunter 8.277 unbegleitete Minderjährige unter 18 Jahren (BMLFUW 2016, Dursun & Sauer 2016).

Diese Flüchtlinge erfahren in ihren Herkunftsländern und auf dem Weg nach Europa viel Leid und Entbehrung. Das Wichtigste, das diese häufig sehr stark traumatisieren Menschen suchen, sind Sicherheit und Schutz für sich selber und ihre Familien.

 

Die größte Herausforderung für die Flüchtlinge ist die Integration in eine neue Gesellschaft, ein Vorgang der meist sehr lange dauert. Dazu kommt, dass alleine schon aufgrund der großen Anzahl die Abwicklung der Asylanträge sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Viele warten Monate, wenn nicht mehr als ein Jahr in der Grundversorgung. Solange keine Entscheidung gefällt wurde, dürfen und durften sie bislang nur in wenigen ausgewählten Bereichen (z.B. als SaisonarbeiterInnen) arbeiten (auch wenn von der Politik dieses Verbot zurzeit intensiv diskutiert wird). Es fehlt an sinnvollen Aktivitäten, die einerseits eine Tagesstruktur schaffen und andererseits die soziale Integration vorantreiben könnten.

Die zentrale Hypothese der vorliegenden explorativen Studie lautet, dass Flüchtlinge sich über gemeinsame Aktivitäten in Gärten, über einen intensiven Austausch mit der lokalen Bevölkerung und den damit verbundenen interkulturellen Erfahrungen, rascher in die Gesellschaft integrieren. Die empirischen Grundlagen ergeben sich aus den konkreten Erfahrungen des Projekts IGOR (Integrationsarbeit und Gesundheitsförderung im öffentlichen Raum), welches auf dem Gelände des ehemaligen größten Wiener Pflegeheims, dem „Geriatriezentrum am Wienerwald“ in Lainz, einem Bezirksteil des 13. Wiener Gemeindebezirks Hietzing im Jahr 2014 entstand. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Förderung von gärtnerischen Aktivitäten, aber auch anderen Tätigkeitsbereichen, welche die Integration in die lokale Gemeinschaft unterstützen.

Der Beitrag gliedert sich in folgende Abschnitte. Im ersten Kapitel sollen die historischen Entwicklungsstränge der interkulturellen Gartenarbeit und Gartenarbeit mit Flüchtlingen kurz skizziert werden. Im zweiten und dritten Kapitel werden die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte sowie das Gartentherapieprojekt des Vereins IGOR beschrieben. In Kapitel vier und fünf werden die Zielsetzungen, Methodik und Rahmenbedingungen der Studie präsentiert. Im sechsten Kapitel werden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert, im abschließenden Kapitel wird ein kurzes Resümee über Grenzen und Perspektiven von Gartenarbeit mit Flüchtlingen gezogen.

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FF55 - Interkulturelle Gartenarbeit mit Flüchtlingen 08.02.2017 1.3 MB

weiterführende Literatur

  • Wiesinger Georg (2017) Kurzes Statement zur Sozialen Landwirtschaft. In: Broschüre des Südtiroler Bauernbundes. S. 19.20. www.baeuerinnen.it

  • Wiesinger, Georg; Issak, Yesra; Neuhauser, Fritz; Egartner, Sigrid (2017) Integrative Gartenarbeit mit Flüchtlingen, Facts & Features Nr. 55 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien

  • Wiesinger, Georg, Galardi, Morgana (2016) Tiergestützte Interventionen als neue Möglichkeit für landwirtschaftliche Kleinbetriebe – Gli interventi assisti con Animali como nuova opportunitá per la aziende agricole di piccole dimensioni. Mai 2016. 114 Seiten. BA für Bergbauernfragen

  • Wiesinger, Georg (2015) Green Care und Soziale Landwirtschaft, In: Nationalpark Hohe Tauern, Nationalparkakademie: Anders wirtschaften - Chancen und Möglichkeiten im Berggebiet, 9. bis 10. April 2015, Tagungsband, Nationalparkzentrum Mallnitz, S. 48-54

  • Wiesinger Georg (2015) Social capital in rural development, networking and decision-making. Buchbeitrag. Bei: Cambridge University Press

  • Wiesinger, Georg (2014) Armut im ländlichen Raum. In Dimmel, Nikolaus/Heitzmann, Karin und Schenk, Martin (Hg) Handbuch Armut in Österreich. 2. Auflage. Wien, Innsbruck, Bozen: Studienverlag. 328-342.

  • Wiesinger, Georg/Wydler, Hans und Haubenhofer, Dorit (2014) Quo vadis cura viridis? Green Care im Verhältnis zur Forschung. In Zeitschrift Green Care, Nr. 1/2014, März 2014, S. 2-6

  • Wiesinger, Georg et al. (2013): Soziale Landwirtschaft. Situation und Potenziale einer Form der Diversifizierung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe in Österreich, Südtirol und Trentino, Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Forschungsbericht Nr. 66, Wien

  • Wiesinger, Georg (2013): Soziale Landwirtschaft. In: Grüner Bericht 2013

  • Wiesinger Georg (2013): Eine neue Perspektive: Soziale Landwirtschaft In: Zeitschrift Land-entwicklung Steiermark - mitmenschlich Thema: Steiermark 2/2013, S 24.

  • Wiesinger, Georg (2013): Learning on Green Care Farms. In: Christos Gallis (ed.): Green Care: For Human Therapy, Social Innovation, Rural Economy, and Education, Nova Publishers, Hauppauge, N.Y., U.S.A.

  • Wiesinger, Georg (2012): Farm education in Austria. In: Learning on green care farms, by Dorit Haubenhofer, Christos Gallis, Frances Harris, Linda Jolly, Michael Kaufmann, Erling Krogh, Kirsti Salo, Johanna Schockemöhle, Pia Smeds, Georg Wiesinger, im Juli 2012 verlegt in Buchform von der University Studio Press Thessaloniki

  • Wiesinger, Georg (2011): Was ist Green Care und welche Bedeutung hat Green Care in Österreich? Österreichisches Kuratorium für Landtechnik (ÖKL), Land&Raum. Wien 4/2010

  • Wiesinger, Georg (mit Beiträgen von: Thomas Haase, Dorit Haubenhofer, Fritz Neuhauser, Silke Scholl et al., Birgit Steininger, Eva Thun-Täubert): Green Care in Landwirtschaft und Gartenbau – Resumee der Cost Aktion 866 ‚Green Care in Agriculture‘. Facts&Features Nr. 49, Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien, April 2011

  • Wiesinger, Georg: Soziale Landwirtschaft und care farming - Ein Versprechen für eine multifunktionale, nachhaltige Landwirtschaft und eine richtungsweisende neue Gesundheitspolitik, Zeitschrift Green Care Ausgabe 3 (2011) Seite 6-9, Wien

  • Wiesinger, Georg (2011): Ländliche Armut. In: Rosecker, Michael; Schmitner, Sabine (Hg.): Armut und Reichtum. Ungleiche Lebenslagen, -chancen, -stile und –welten in Österreich. Verein Alltag Verlag, Wiener Neustadt, pp. 276-292.

  • Oedl-Wieser, Theresia, Georg Wiesinger (2011): Identity construction of female farm managers in Austria – an explorative analysis. Paper to the XXIV ESRS Congress, Chania Greece, 22-25.08.2011.

  • Oedl-Wieser, Theresia, Georg Wiesinger (2011): Gleichstellung von Frauen und Männern in der ländlichen Entwicklung Österreichs – eine kritische Bilanz. Abstract zur 21. ÖGA-Tagung, 4.-6.10.11 in Bozen

  • Oedl-Wieser, Th./Wiesinger, G. (2010): Betriebsleiterinnen in Österreich – empirische Befunde zur Identitätsbildung. In: ÖGA-Jahrbuch

  • Hovorka, G./Wiesinger, G.: Plädoyer für eine vitale Berglandwirtschaft. In: Kirche im ländlichen Raum. Altenkirchen, Deutschland, Nr. 1/2010 März 2010, S. 15-20


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