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BF145/15: Synthese der Ex-ante Evaluierungen der Ländlichen Entwicklungsprogramme 2014-2020

Das Projekt wurde mit dem Abschlussbericht, der durch den Koordinator KANTOR Management Consultants S.A. fertiggestellt, an die EU-Kommission übermittelt und nach Veröffentlichung der Studie auf der homepage der EU-Kommission im Februar 2016 abgeschlossen.

Hintergrund und Zielsetzung
Die EU-Kommission lässt üblicherweise für die Evaluierungsarbeiten der Ländlichen Entwicklungsprogramme Synthesestudien erstellen, welche Gemeinsamkeiten und spezifische Bewertungsansätze und –schwerpunkte in vergleichender Weise für die gesamteuropäische Bewertung erfassen. Die Synthesestudie bezüglich der Evaluierungsarbeiten der Ex-ante Bewertung der Ländlichen Entwicklungsprogramme (vgl. Tender No. AGRI-2014-EVAL-02) wurde von Kantor Management Consultants S.A. gemeinsam mit der Bundesanstalt für Bergbauernfragen und dem niederländischen Forschungsinstitut LEI-DLO Wageningen, unter Einbindung einer Reihe von nationaler Experten im Laufe des Jahres 2015 erstellt. Auf Grund der verspäteten Programmgenehmigungen der Ländlichen Entwicklungsprogramme hat sich insbesondere der Start der Synthesearbeit verzögert und die effektive Projektbearbeitung auf einen kürzeren Bearbeitungszeitraum konzentriert. Durch die Studie wurden alle 115 Ländlichen Entwicklungsprogramme der 28 EU-Mitgliedsländer (nationale sowie regionale Programme) nach dem mit der EU-Kommission vereinbarten Bewertungsrahmen untersucht. Hauptquelle für die Synthese waren die entsprechenden Ex-ante Bewertungen in den Ländlichen Entwicklungsprogrammen (genehmigte Programmversionen bzw. 60 Programme in ihren jeweils verfügbaren  Entwurfsversionen), eine online Befragung von insgesamt 350 Repräsentanten der jeweiligen Managementstellen (je 2-3 pro Programm) und die Durchführung von Fallstudien sowie Nutzung zusätzlicher Informationsquellen.  
Die Synthese hat schwerpunktmäßig  die ex-ante Bewertungen der Programme hinsichtlich gemeinsamer Sichtweisen, aber auch  markanter Unterschiede, allfälliger Lücken in der Programmbewertung und erkennbarer best-practice Beispiele  analysiert. Insbesondere hat sich die Studie auf folgende  spezifische Bewertungsthemen bezogen:
-    Untersuchung der Angemessenheit des Prozesses der Ex-ante Evaluierung (Evaluierungsthema 1)
-    Untersuchung der Interventionslogik und der internen Kohärenz (Evaluierungsthema 2)
-    Untersuchung der externen Kohärenz, insbesondere in Bezug auf die EU 2020 Strategie und den Beitrag der Ländlichen Entwicklungsprogramme zu anderen Politiken innerhalb des Gemeinsamen Strategischen Rahmens  (Evaluierungsthema 3)
-    Und sechs thematische Fragestellungen (Evaluierungsthema 4).
Diese betreffen: Investitionsmaßnahmen; Wissenstransfer, Beratungsleistungen und die Europäische Innovationspartnerschaft (EIP); Maßnahmen im Agrarumwelt und Klima-Bereich; Forstmaßnahmen; Junglandwirte, Kleinbetriebe und Gebiete mit natürlichen Erschwernissen; und die neuen Maßnahmen des Risikomanagements.

Hauptergebnisse
Die Ergebnisse dieser Synthesestudie geben die Zusammenfassung der Ex-ante Bewertungen, so wie sie im Wesentlichen zum Zeitpunkt Mai 2015 verfügbar waren, wieder. Dies bedeutet, dass noch bei 60 Ländlichen Entwicklungsprogrammen erst Entwurfsversionen vorlagen bzw. die Genehmigung der Programme noch ausständig war.  Die Hauptergebnisse können jedoch das hohe Ausmaß der Übereinstimmung der Ex-ante Bewertungen mit den entsprechenden Zielvorgaben und den für die Programmerstellung vorgesehenen Prozessen bestätigen. Sowohl die Beteiligungsprozesse als auch Fragen der Kohärenz der Programminhalte werden zu einem sehr hohen Anteil als sehr positiv beurteilt (Zustimmungswerte zumeist im Bereich von 60-80%). Auch die Berücksichtigung der Empfehlungen der EvaluatorInnen in den jeweiligen Ex-ante Prozessen ist in einem hohen Ausmaß gegeben.
Bei einer detaillierteren Betrachtung ergeben sich auch Kritikpunkte und Informationslücken. Der Synthesebericht vermag hier bloß markante Hinweise auf solche Themen zu geben, die durch die EvaluatorInnen aufgezeigt wurden bzw. bei denen offensichtlich die Bewertungsansätze nicht ausreichend klar dokumentiert sind bzw. ergänzende/ verbesserte Informationen zielführend wären. Manche dieser Hinweise beziehen sich auf die geplanten Monitoringverfahren und die Bewertungsvorhaben. Insbesondere die themenspezifischen Fallstudien unterstreichen die Bedeutung der jeweiligen Maßnahmen (Maßnahmengruppen) und die Analyse der Zielerreichung für die jeweiligen Prioritäten.
Eine Reihe allgemeiner Empfehlungen verweist auf das Potenzial zur verbesserten Umsetzung von Evaluierungsprozessen. Insbesondere werden die Nutzung von Lernprozessen aus früheren Perioden, die Einbeziehung der Stakeholder und Fragen der Koordination als wesentliche zusätzliche Verbesserungsmöglichkeiten genannt. Darüber hinaus werden viele vereinzelte Entwicklungsvorschläge angebracht, die weitgehend langfristig zu verwirklichen sind. Dazu zählen die verstärkte Berücksichtigung von sozialen Entwicklungsprozessen, die verstärkte Wirkungsorientierung der Programme, geeignete Prüf-arrangements, Nutzung von good-practice und Kapazitätsentwicklung, die Berücksichtigung von Forschungsergebnissen, weitere Entwicklung in der Quantifizierung von Indikatoren und die intensivierte Analyse und Unterstützung des Generationenwechsels in landwirtschaftlichen Betrieben usw. (siehe Details im Synthesebericht, KANTOR Management Consultants 2015).

Zusammenfassung
Die vorliegende Synthese der Ex-ante Bewertungen der Ländlichen Entwicklungsprogramme 2014-2020 gibt einen umfassenden Überblick über diesen Teil der Programmgestaltung und eine Fülle von Bewertungsdetails. Sie listet die verschiedenen Aspekte der Programmbewertung anhand der Analyse aller Ländlichen Entwicklungsprogramme 2014-2020 der EU auf und verweist damit auch auf das Zusammenwirken der vielfachen Teilziele der Programme und ihrer Wechselwirkungen mit anderen Politikbereichen sowie ihren Beiträgen zur Europa 2020 Strategie. Im Wesentlichen werden die bestehenden Grundsätze und Zielsetzungen in der Ex-ante Bewertung der Programme gut umgesetzt. Mit detaillierten Hinweisen auf kleinere Anpassungen und eine verbesserte Gestaltung und Messung der Wirkungsanalyse sowie einer fortgesetzten  Unterstützung von Lernprozessen in der Programmumsetzung deutet sie darüber hinaus ein zusätzliches Potenzial zur Wirkungserhöhung der Programme an.


Literatur
KANTOR Management Consultants S.A. (2015) Synthesis of Ex Ante Evaluations of Rural Development Programmes 2014-2020. Final Report. Directorate-General for Agriculture and Rural Development, Unit E.4 – Evaluation and studies. Brussels: European Commission, 232pp. [directed by Costas Kastrinakis, KANTOR, carried out by the KANTOR team with the participation of W. Pfefferkorn -Rosinak&Partner, LEI Wageningen UR, BABF and I. Nurzynska]
 http://ec.europa.eu/agriculture/evaluation/rural-development-reports/2015/ex_ante_rdp_synthesis_2014_2020/fulltext_en.pdf
KANTOR Management Consultants S.A. (2015) Synthesis of Ex Ante Evaluations of Rural Development Programmes 2014-2020. Executive Summary. Directorate-General for Agriculture and Rural Development, Unit E.4 – Evaluation and studies. Brussels: European Commission, 11pp.  
http://ec.europa.eu/agriculture/evaluation/rural-development-reports/2015/ex_ante_rdp_synthesis_2014_2020/exec-sum_en.pdf

Projekt
abgeschlossen

weiterführende Literatur

  • Hovorka Gerhard, Dax Thomas (2018) Bewertung der sozialen und ökologischen Leistungen durch die Landbewirtschaftung im Berggebiet. In: Der Alm- und Bergbauer. Mai 2018.

  • Machold, I. und Dax, T. (2017): Migration und Integration: Anstoß zur sozio-kulturellen Veränderung ländlicher Regionen durch internationale Migration. In: Kordel, S. und Pohle, P. (eds): Zuwanderung in ländlich-periphere Gebiete Europas: individuelle Beweggründe, methodische Ansätze und Auswirkungen auf ländliche Entwicklung. Europa Regional 24, 2016 (2017) I 1-2, S. 82-96.

  • Machold, Ingrid und Dax, Thomas (2016) Integration in ländlichen Regionen. In: Zukunftsraum Land – Zeitschrift für ländliche Entwicklung 1.16. Wien. S. 14-15

  • Oedl-Wieser, Theresia, Hovorka, Gerhard und Dax, Thomas (2015) Evaluierung ‚unlimited‘ – Erfahrungen aus der Ex-ante-Bewertung des Programms Ländliche Entwicklung 2014-2020 in Österreich. Poster für die SGA-Tagung „Ziele der Agrarpolitik“ von 16.-17.4.2015, Bellinzona, Schweiz.

  • Hovorka, Gerhard (2014) Die Bergbauernförderung im neuen Programm für ländliche Entwicklung. In Wege für eine bäuerliche Zukunft. Zeitschrift der ÖBV, Via Campesina Austria 2014/4: 24.

  • Gmeiner, Philipp und Hovorka, Gerhard (2014) Die Ex-ante Evaluierung der Programms Ländliche Entwicklung am Beispiel der Ausgleichszulage. In Ländlicher Raum Online-Fachzeitschrift des BMLFUW. September 2014 http://www.bmlfuw.gv.at/land/laendl_entwicklung/Online-Fachzeitschrift-Laendlicher-Raum/Ausgleichszulage.html

  • Dax, T. (2012): Offenheit, Vernetzung und Innovation: Grundbedingungen der Regionalentwicklung, in: ausblicke - Magazin für ländliche Entwicklung 2.12, Netzwerk Land LE 07-13, Wien, S.18f.

  • Dax, Thomas (2012), Offenheit, Vernetzung und Innovation: Grundbedingungen der Regionalentwicklung, in: ausblicke - Magazin für ländliche Entwicklung 2.12, Netzwerk Land LE 07-13, Wien, S.18f.

  • Hovorka, Gerhard (2010): Landwirtschaft und Gesellschaft: Zwischen Tradition und Moderne. In: Ausblicke – Magazin für ländliche Entwicklung. 2.10.2010 S. 30-31

  • Dax, Thomas: Ökonomische Vielfalt in der regionalen Wirtschaft. In: ausblicke – Magazin für ländliche Entwicklung 1.09. Netzwerk Land LE 07-13, Wien, S. 34

  • Dax, Thomas: Ländliche Entwicklung in Österreich – vom Agrarprogramm zum integrierten Regionalkonzept, Beitrag zum WIFO-Weißbuch, Bereich Regionale Standortpolitik und ländlicher Raum, Beitrag zum WIFO-Workshop, Wien, April 2006.

  • TAMME, O., Bacher, L., DAX, Th., HOVORKA, G., KRAMMER, J. und Wirth, M.: „Der Neue Berghöfekataster – Ein betriebsindividuelles Erschwernisfeststellungssystem in Österreich“, in: Ländlicher Raum, Online-Fachzeitschrift des BMLFUW, Ausgabe 1-2/2003, Wien 2003, www.laendlicher-raum.at

  • DAX, Thomas: Reformbedarf für eine innovative ländliche Entwicklung, Beitrag zur Tagung „Agrarreform für wen? Agrarpolitik zwischen Unfinanzierbarkeit und gesellschaftlichen Ansprüchen“, 17. Juni, Wien 2003

  • Facts&Features Nr. 23: „Der Neue Berghöfekataster. Ein betriebsindividuelles Erschwernisfeststellungssystem in Österreich“, vom Tamme O., Bacher L., Dax T., Hovorka G., Krammer J., Wirth M.; Wien Dezember 2002, 32 Seiten

  • DAX, Thomas: Rural development – a challenge for European inter-disciplinary research/Ländliche Entwicklung – ein interdisziplinäres Forschungsfeld im Europäischen Forschungsraum, in: Ländlicher Raum, Online-Fachzeitschrift des BMLFUW, Ausgabe 1/2002, Wien 2002 (dt. und engl. Version), www.laendlicher-raum.at

  • DAX, T., LOIBL, E. und WAGNER, K.: Ex-ante Evaluierung, Gemeinschaftsinitiative LEADER+, Programmplanungsdokument Österreich, Strukturfondsperiode 2000-2006, im Auftrag des BMLFUW, Wien 2000

  • DAX, Thomas; LOIBL, Elisabeth und WAGNER, Klaus (BAWI): ex-ante Evaluierung des Programmplanungsdokuments „Gemeinschaftsinitiative LEADER+“ Wien, Juni 2000, 29 Seiten

  • Hovorka, Gerhard (1998): Die Kulturlandschaft im Berggebiet in Österreich. Politiken zur Sicherung von Umwelt- und Kulturleistungen und ländliche Entwicklung. OECD - Fallstudie. Forschungsbericht Nr. 43 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Wien. 189 Seiten.

  • Dax, Thomas, Oedl-Wieser, Theresia (1995): Ex-ante Evaluierung der Einheitlichen Dokumente der Programmplanung (1995-1999) für die Ziel 5b-Gebiete. Österreichheft - deutsch und englisch, 9 Länderhefte. Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Wien.

  • Dax, Thomas, Oedl-Wieser, Theresia (1995): Ex-ante Evaluierung der Einheitlichen Dokumente der Programmplanung (1995-1999) für die Ziel 5b-Gebiete. Österreichheft – deutsch und englisch, 9 Länderhefte. Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Wien.


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