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Grundlagen für eine Gleichstellungsorientierte Regionalentwicklung

Seitdem die „Frauen durch die Europäischen Programme in sind“ wird die Frauen- bzw. Geschlechterfrage auch in Österreich in Bezug auf Regionalentwicklung und Regionalpolitik zunehmend diskutiert. In dieser Studie werden zentrale Bezugspunkte für die Auseinandersetzung mit Gleichstellung von Frauen und Männern im regionalpolitischen Kontext in Österreich analysiert und Rahmenbedingungen und Strategien für die Umsetzung von Gleichstellung in der österreichischen Regionalentwicklung aufgezeigt.

Die Studie „Grundlagen für eine Gleichstellungsorientierte Regionalentwicklung“, die vom Bundeskanzleramt, Abteilung Raumordnung und Regionalpolitik, in Auftrag gegeben wurde, soll Impulse für die kritische Auseinandersetzung mit der Strategie des Gender Mainstreaming der Europäischen Kommission im Rahmen der aktuellen Strukturfondsperiode geben und als Diskussionsgrundlage hinsichtlich der Möglichkeiten einer verstärkten Einbindung des Zieles der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Regionalentwicklung in Österreich dienen.

Die Regionalpolitik und die mit ihr in enger Verbindung stehenden Sektorpolitiken werden in ihrer Wirkung im Allgemeinen als „geschlechterneutral“ wahrgenommen und es wird davon ausgegangen, dass beide Geschlechter gleichermaßen davon profitieren. Da sich die Lebenszusammenhänge von Frauen und Männern aber meist sehr verschieden gestalten, muss auch von unterschiedlichen Auswirkungen auf die Geschlechter ausgegangen werden. Insbesondere wurden bisher das Ausmaß und die Varianz, die diese Geschlechterungleichheiten regional aufweisen, in der Regionalentwicklung in Österreich vernachlässigt. Hingegen zielt das Konzept einer „Gleichstellungsorientierten Regionalentwicklung“ auf die Gestaltung räumlicher Entwicklungsprozesse ab, wo ein gleichgestelltes Zusammenleben von Frauen und Männern realisiert wird und dabei insbesondere die Selbstbestimmungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen erweitert werden.

Im Rahmen der gegenständlichen Studie steht vorab eine kritische Auseinandersetzung mit der konzeptionellen und definitorischen Abgrenzung von Gleichstellung und Regionalentwicklung. Im Anschluss an diese Begriffsklärungen werden Anknüpfungspunkte zwischen diesen beiden Politikfeldern analysiert und die Virulenz dieser Verbindungen aufgezeigt. In der darauf folgenden geschlechtersensiblen Regionalanalyse werden räumliche Muster von Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern etwa in den Bereichen Ausbildung, Beruf, soziale Beziehungen, Raumnutzung und Mobilität sowie politischer Partizipation in Österreich identifiziert. Darauf folgen eine Analyse relevanter raumbezogener Politiken und Handlungsfelder in Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die (Re-)Produktion geschlechterspezifischer Ungleichheitsstrukturen, die Darstellung der Verankerung von Frauen im regionalpolitischen Setting in Österreich sowie eine Kosten-Nutzen-Argumentation in Hinblick auf die Verankerung von Gleichstellung von Frauen und Männern in der österreichischen Regionalentwicklung. In den beiden letzten Abschnitten der Studie werden Rahmenbedingungen, Strategien und zentrale Bezugspunkte diskutiert, die zu einer Verbesserung der Aufenthalts- und Lebensqualität von Frauen und Männern durch die Umsetzung einer „Gleichstellungsorientierten Regionalentwicklung“ in den Regionen Österreichs führen.

Ziel der Studie ist es, zum Aufbau von Gender-Kompetenz bei den in der Regionalentwicklung und Regionalpolitik tätigen Fachleute beizutragen und die Kommunikationen zwischen ihnen und den Expertinnen aus dem Bereich der Frauen- und Gleichstellungspolitik in diesem Kontext zu erleichtern. Sie soll einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau eines gemeinsamen Verständnisses von Gleichstellungsorientierung in der Regionalentwicklung leisten und damit zum Abbau geschlechterbezogener Ungleichheiten auf allen räumlichen Ebenen beitragen.

Anmerkung:Die Studie steht auch auf der Homepage des BKA:http://www.bka.gv.at/bka/regionalpolitik und des Instituts für Geographie und Regionalforschung http://www.univie.ac.at/geographie zum Download zur Verfügung und erscheint hier auch im Herbst 2003 als gebundene Publikation


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