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Zum Begriff des bäuerlichen Familienbetriebs im soziologischen Diskurs

Die Erhaltung einer nachhaltigen und funktionsfähigen Landwirtschaft auf Grundlage eines "bäuerlichen Familienbetriebs" ist eines der grundlegendsten Ziele der heutigen Agrarpolitik. Obwohl der Begriff in zahlreichen Rechtsvorschriften, Zielkatalogen und Absichtserklärungen sowohl auf nationaler wie auch internationaler Ebene Eingang fand, gibt es keine einheitliche, allgemein akzeptierte Definition dafür, was darunter genau zu verstehen sei. Sehr häufig wird der Begriff aus einem unreflektierten Alltagwissen heraus als ein positiv besetztes Schlagwort verwendet, nicht selten auch für politische Maßnahmen instrumentalisiert. Selbstredend ergibt sich daraus auch ein ständiger Diskussionsprozess über Art und Zukunft des bäuerlichen Familienbetriebes. Kern unserer Betrachtungen ist die sozialwissenschaftliche Diskussion. Dabei geht es nicht nur um eine einfache Definition des bäuerlichen Familienbetriebes, sondern auch um das Aufzeigen dessen, wie verschiedene Charakteristika des Familienbetriebes zu Aussagen über dessen Wandel z. B. in der fortschreitenden Industrialisierung der Landwirtschaft herangezogen wurden und werden.

 

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Wiesinger, Georg (2003): Zum Begriff des bäuerlichen Familienbetriebes im soziologischen Diskurs. In: Österreichische Zeitschrift für Soziologie (ÖZS), Nr. 1/2003. Wien. 55-76.