FB48: Biodiversität im Alpengebiet. Evaluation und Bewertung. OECD-Fallstudie

FB 48
Dieser Bericht wurde als österreichische Fallstudie für die angewandte Bewertung von biologischer Vielfalt bei der OECD im Rahmen der „Arbeitsgruppe für ökonomische Aspekte der Biodiversität“ von Seiten des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft eingebracht.

Die vorliegende Fallstudie behandelt die Erfahrungen mit unterschiedlichen Methoden zur Evaluation und Bewertung, die dazu verwendet wurden, um wirtschaftlich relevante Bewertungen von biologischer Vielfalt in Form von Kulturlandschaften bzw. als Ressource für den alpinen Tourismus durchzuführen. Die Studie beinhaltet auch Werte für die Schutzfunktion der alpinen Kulturlandschaft und Bergwälder betreffend des Schutzes der Wasserressourcen sowie des Schutzes vor Naturgefahren.

Die Studie ist eine Gemeinschaftsarbeit der Bundesanstalt für Bergbauernfragen und des Umweltbundesamtes. Struktur, inhaltliche Gliederung sowie Überschriften der ersten beiden Ebenen wurden vom OECD-Sekretariat in Form eines „Framework“ vorgegeben.

Lessons learned: Werden die monetären Bewertungsmethoden, wie Kosten-Nutzen- Analysen, Wertschöpfungsanalysen oder Zahlungsbereitschaftsanalysen (willingness to pay analyses) auf ein konkretes abgegrenztes Projekt wie einen oder mehrere Nationalparks bezogen, so können diese Methoden und ihre Ergebnisse auch konkrete politische Entscheidungshilfen sein bzw. den politischen Diskurs versachlichen. Primärer Bewertungsbezugspunkt ist dabei aber auch fast ausschließlich die Tourismuswirtschaft bzw. die Modellbildung einer potentiellen Entwicklung im Tourismus. (Über Zahlungsbereitschaftsanalysen lässt sich zusätzlich ein Überblick über die Grundeinstellung in der Bevölkerung zu einem konkreten Projekt gewinnen.) D.h. aber auch bezogen auf Naturschutzgebiete, dass diese sich nur wirtschaftlich begründen lassen, wenn eine positive Tourismusentwicklung (oder eventuell andere Wirtschaftsentwicklungen) zum Nutzen für die örtliche Bevölkerung möglich ist. Besteht bereits eine intensive touristische Nutzung in einem Gebiet oder würde ein Naturschutzprojekt zur Einschränkung des vorhandenen Tourismus führen, dann ergeben sich wirtschaftliche Argumentationsdefizite für die Schutzziele. Schutz- und Erhaltungsstrategien in dicht besiedelten Alpengebieten können somit nur erfolgreich sein, wenn sie sich mit einer positiven Wirtschaftsentwicklung insgesamt in der jeweiligen Region verbinden lassen bzw. bei touristischer Übernutzung andere wirtschaftliche Perspektiven angeboten.

Josef Hoppichler  (BA für Bergbauernfragen)
Astrid Blab, Bettina Götz, Horst Nowak, Irene Oberleitner, Monika Paar, Bernhard Schwarzl, Gerhard Zethner (Umweltbundesamt)

Forschungsbericht Nr. 48 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien 2002 (90 Seiten)
€ 5,-

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